Das Problem ist nicht das ERP: es ist der Konflikt zwischen variablem Produkt und fixer Wahrheit
Wenn mir jemand sagt „unser ERP taugt nichts“, antworte ich oft:
das ERP versucht, ein Produkt zu beschreiben, das sich schneller verändert als dein Datenmodell.
Im Projektgeschäft lebt das echte Produkt in Konfigurationen. Das administrative Produkt lebt in Artikeln und statischen Stücklisten. Die Lücke kostet jeden Tag.
## Variable Stückliste = Regeln, nicht Liste
Klassisch: „für X brauche ich A/B/C immer“.
Variabel: „A/B/C abhängig von Maß, Oberfläche, Beschlägen, Geräten, Montagebedingungen und Verfügbarkeit“.
Das sind Regeln. Presst du Regeln in fixe Listen, explodieren Varianten oder du baust einen manuellen Layer.


## Schlüssel-Symptom: Produktwahrheit außerhalb des Systems
„Das passt der Techniker an“, „Produktion prüft“, „Einkauf klärt“, „vor Ort entscheiden wir“.
Wenn das System die Wahrheit nicht trägt, werden Kosten, Einkauf, Kits und Zusagen fragil.
## Typische Schäden
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- Sollkosten ohne Aussagekraft
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- reaktiver Einkauf
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- instabile Produktion
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- unvollständige Kits
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- Änderungen ohne Governance.

## Häufiger Fehler: mehr Artikel anlegen
Das bläht Kataloge auf, ohne Regeln abzubilden. Ergebnis: riesige Daten, geringe Glaubwürdigkeit – oder unvollständige Daten + Handarbeit.
## Diagnose über Signale
Angebote: viele Re-Kalkulationen, „Diverses“, technische Freigaben. Technik: Inkompatibilitäten, Anpassungen, Lieferantenabhängigkeit. Einkauf: Eilkäufe, Sicherheitsbestände aus Angst, Teile „passen nicht“. Produktion/Logistik: Stopps wegen Kleinteilen, Teillieferungen, zweite Termine.
## Meine Kennzahl
Wie viel vom Projekt kann das System erklären, ohne jemanden anzurufen?

## Konfiguration, Stückliste, Änderung: Dreieck
Wenn eines außerhalb des Systems lebt, zerfallen die anderen. Dann hörst du „ich weiß nicht“: warum fehlt es, wann änderte es, wer genehmigte, was kostete es.
## Finanzielles Risiko
Was nicht Ursachen und Projekten zugeordnet wird, wiederholt sich. Marge wird Roulette.

## Demo-Fragen
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- Regeln ohne tausende SKUs?
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- Genehmigte Änderung aktualisiert Material/Einkauf/Kosten/Zusage?
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- Eine Wahrheit für Einkauf und Produktion?
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- Variabilität ohne Excel-Flucht?
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- Istkosten je Projekt inkl. Nacharbeit?
## Finaler Test: Vollständigkeit
Ich weiß, es ist gut abgebildet, wenn Kits systemseitig validiert, vollständig versendet und ohne Überraschungen montiert werden können.
## Abschluss
Dein Produkt ist kein SKU: es ist eine Zusage aus Regeln. Wenn du willst, schaue ich es 15 Minuten mit dir an: wo die Produktrepräsentation bricht, welche Variabilität legitim ist und welche Entscheidungen deine Marge schützen.
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